Japans christliches Jahrhundert
Newsbeitrag vom 13.06.2017.

Deutsch-Japanische Gesellschaft Baden-Württemberg e.V.

Japans christliches Jahrhundert

Vortrag mit Lichtbildern

Im 16. Jahrhundert schien Japan, das erst 1543 entdeckt worden war, ein dankbares Objekt für die katholische Mission zu sein. 1549 landete der Jesuit Franciscus Xaverius in Kagoshima und begann zu predigen und zu taufen. Er verzeichnete erste Erfolge, denn Japan befand sich damals in einem Zustand politischer Unruhe. Mächtige Fürsten kämpften um die Macht, und auch die Klöster mischten sich mit eigenen Mönchsarmeen ein. Vielen Japanern fehlte zu dieser Zeit ein geistiger Halt.

Die Jesuiten wurden zu einem Faktor im innerjapanischen Machtspiel, nachdem sie Gewehre eingeführt hatten, um ihre Mission zu finanzieren. Doch Gewehre veränderten die Kampftechnik entscheidend und waren für manchen Fürsten der Grund, die Mission im eigenen Land zuzulassen. In Holländern und englischen Handelsleuten, die sich nach 1600 ebenfalls in Japan niederließen, erwuchs den Katholiken eine gefährliche Konkurrenz.

Schließlich verboten die japanischen Machthaber jede Art der Mission, alle Katholiken, auch getaufte Japaner, mussten das Land 1637 verlassen. Nur Holländern und Chinesen war der Aufenthalt weiterhin erlaubt. Das Verbot der katholischen Religion wurde zuerst rigoros durchgesetzt, auch mit Folter und Hinrichtungen. Danach schwächte sich die Erinnerung an die erste Begegnung zwischen Japan und dem Westen ab. Das Bildungsbemühen der Jesuiten trug aber in vielen Bereichen Früchte, und das Erscheinen der „südlichen Barbaren“ (Spanier und Portugiesen) beeinflusste die Künste in Japan. Deshalb spricht man in Japan nicht vom „christlichen Jahrhundert“, sondern vom „Jahrhundert der südlichen Barbaren“.

Vortragende ist Frau Dr. Andrea Hirner, Japanologin und Autorin, Vorstandsmitglied der Deutsch-Japanischen Gesellschaft in Bayern e.V.

Wann? Freitag, den 22.September 2017, 19 Uhr
Wo? Bürgerzentrum Stuttgart-West, Bebelstrasse 22

Eingeladen sind alle die sich für Japan interessieren.
Der Eintritt ist frei, Spenden werden erbeten.

Werbekarte Christl. Jahrhundert i Japan S.1.pdf

( 13.06.2017 | Kategorie: Terminankündigung | Zurück zum seitenanfang)




 
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